Museum of Failure: Muss es denn immer Erfolg sein?

Das Leben belohnt Gewinner und bestraft Verlierer. Erfolg macht sexy und Misserfolg einsam. Oder? Persönlichkeits- und Karriere-Ratgeber sparen nicht mit markigen Aussagen und Binsenweisheiten. Dass Fehler und Misserfolg aber Kraft für neue Ideen und Einsichten bieten kann, zeigt ein neues Museum in Helsingborg.

Kurator Dr. Samuel West

Das gerade eröffnete Museum in Südschweden stellt Produkte vor, die sich am Markt nicht durchsetzen konnten. Aber warum nicht einmal die Stiefkinder zu Ehren kommen lassen, dachte sich der Innovationsforscher Samuel West und machte sich daran ein «Museum der Flops» einzurichten.

Seine Motivation: «Wir alle wissen, dass 90 Prozent aller Innovationen scheitern», sagte er gegenüber CNN. Erst durch dieses Scheitern werde der Erfolg möglich – er sieht den Misserfolg dementsprechend als notwendigen Lernprozess. Kurator West möchte die Besucher seines Museums zum Nachdenken anregen, aber auch zum Lachen. Denn viele der ausgestellten Objekte seien nachgerade lächerlich, meint er. Und so holt das Museum of Failure jene Produkte vor den Vorhang, denen im Handel eine nur sehr geringe Lebensdauer beschieden war. Darunter Dinge von großen Marken wie Apple, Coca-Cola oder Colgate.

So lancierte der Getränkegigant 2006 Coca-Cola Blak – ein Mix aus Kaffee und Cola. Damit wollte der Konzern den boomenden Energy-Drinks die Stirn bieten. Das klappte nicht, der Drink verschwand schon nach zwei Jahren wieder aus den Regalen. Mit dem Newton hat selbst der Vorzeigekonzern Apple einen Platz im Museum. Der iPhone-Vorgänger aus den 90ern wurde trotz mehrmaliger Überarbeitung von den Konsumenten nicht akzeptiert. Als Apple-Gründer Steve Jobs 1998 ins Unternehmen zurückkehrte, stellte er das Produkt ein.

Im Museum finden sich auch kuriose Ideen. So produzierte Bic 2012 einen Schreiber speziell für Frauen. Erhältlich war er in den Farben Violett und Pink. Die Rückmeldungen waren hauptsächlich negativ. Colgate wiederum hatte die absurde Idee eine Tiefkühllasagne auf den Markt zu bringen: ein Flop. Ebenso wie das Donald-Trump-Brettspiel, das schon 1989 keine Käufer fand und sich auch 2015 keine Freunde machte. 51 solcher Objekte hat West gesammelt, weitere sollen noch hinzukommen. 

17.06.2017