«Es ist einfach, sein Auto richtig zu waschen»

Der Nachbar tut es und der Nachbar vom Nachbarn tut es ebenfalls: Autowäsche (nicht nur) auf dem Land findet in Schweden oft vor der eigenen Tür statt. Eine kommunale Initiative hält dagegen.

«Wähle stattdessen eine Waschanlage»

ST1-Waschbox in Åkersberga (Stockholms län)

Das Problem kommt nicht von ungefähr: Die Reinigung des fahrbaren Untersatzes auf der Strasse kostet die Umwelt in Schweden und damit die Kommunen jährlich vier Milliarden Kronen (ca. 426 EUR / 442 CHF). Zwei Drittel der ca. 30 Millionen Autowäschen pro Jahr werden ausserhalb von Waschboxen, Waschanlagen oder Waschstrassen durchgeführt. Ölreste, Schwermetalle und Chemikalien gelangen in die Kanalisation oder in den nahe gelegenen Fluss oder See, «Fische und badende Kinder» werden in Mitleidenschaft gezogen.

Die Initiative «Mein Wasser - Schwedens Kommunen für reines Wasser» weist auf die Folgen der rechtlich illegalen Form der Autoreinigung hin. Auf der Website mittvatten.se erfahren Bürger, wie sie mit dem Rohstoff Wasser pfleglicher umgehen können und welche Folgen durch unsachgemässe Nutzung entstehen können - auch bei Kleidung, im Haushalt, bei Medikamenten, Renovierarbeiten oder selbst bei der Körperpflege («Triclosan, das sich in Deodorants befindet, ist nicht gut für die Umwelt»).

Wer sein Auto waschen möchte, solle es daher in einer Waschanlage tun, am besten mit einem Umweltzertifikat wie Svanenmärkt. Im Alltag ist dies allerdings nicht ganz einfach, denn in dem Flächenland Schweden sind Waschanlagen selten anzutreffen - solche mit Ökozertifikat noch viel seltener: im ganzen Land gibt es gerade einmal 70 Anlagen, davon 11 in Stockholm, 8 in Göteborg und 2 in Malmö.

Bei einem durchschnittlichen Preis von 200 SEK (21 EUR / 22 CHF) für eine Autowäsche gibt es zudem längst nicht immer eine Programmwahl und teilweise nicht einmal Servicepersonal. Wären die Preise niedriger und Verfügbarkeit und Reinigungs-Service besser, wäre den Kommunen ein gewichtiges Argument an die Hand gegeben.

Umweltfreundliche Waschanlagen in Schweden »
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25.04.2015