Fuzzy-Logik bei Politik-Analyse in Uppsala

Seit drei Wochen ist Dr. Jana Fritzsch, Wissenschaftlerin am Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO), zu Gast in Schweden. Gemeinsam mit den schwedischen Kollegen hat sie ein Forschungsprojekt erarbeitet, das sich mit Methoden der Evaluierung von Politikmaßnahmen im ländlichen Raum befassen soll.

Dr. Jana Fritzsch (4. v.l.) beim Workshop zur feierlichen Gründung des Zentrums für Agrarökonomie am 26. Mai in Uppsala. (links: Dr. Mark Brady; rechts: Prof. Dr. Ewa Rabinowicz) © IAMO

Unscharfe Logik

Fritzsch wird in das Projekt ihre Expertise auf dem Gebiet der Fuzzy-Logik einbringen. Der Begriff fuzzy kommt aus dem Englischen und bedeutet «unscharf» oder «verschwommen». Mithilfe der Fuzzy-Logik, die Mitte der 1960er-Jahre von Prof. Lofti A. Zadeh an der Universität von Kalifornien in Berkeley entwickelt wurde, können Schlussfolgerungen aus vagen, also unscharfen Informationen gezogen werden. Neben «wahr» und «falsch» können Informationen nämlich auch «fast wahr», «nicht ganz wahr» oder «ziemlich wahr» sein.

«Interessant wird dieser Ansatz, wenn es beispielsweise um die Analyse der Förderung einer nachhaltigen Entwicklung im ländlichen Raum geht», erläutert Fritzsch. «Das Ziel nachhaltige Entwicklung zu fördern ist ziemlich vage. Denn wie definiert man «nachhaltig» und wie lässt sich das dann auch noch prüfen? Einige Indikatoren wie Lebensqualität und Attraktivität ländlicher Räume lassen sich nur schwer messen, aber qualitative Aussagen lassen sich eigentlich immer treffen. Und bei der Analyse solcher Aussagen kann Fuzzy-Logik hilfreich sein.»

Gute Kontakte nach Schweden

Noch bis Ende September ist Fritzsch, die am IAMO in der Abteilung Rahmenbedingungen des Agrarsektors und Politikanalyse tätig ist, in Uppsala, um sich mit den Kollegen über Fuzzy-Logik-Ansätze auszutauschen und Ideen für die weitere Forschungsarbeit zu sammeln. Über den Forschungsaufenthalt der Wissenschaftlerin hinaus unterhält das IAMO bereits langjährige gute Kontakte zu den agrarwirtschaftlichen Forschungseinrichtungen Schwedens.

So ist Prof. Dr. Ewa Rabinowicz vom Zentrum für Agrarökonomie Lund Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des IAMO und ihr Kollege Dr. Mark Brady war bereits mehrfach als Gastwissenschaftler in Halle tätig. Seit gut einem Jahr verstärkt außerdem Dr. Karin Larsèn, Absolventin der Schwedischen Agrarwissenschaftlichen Universität Uppsala, die Abteilung Betriebs- und Strukturentwicklung im ländlichen Raum des IAMO.

Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) »

22.09.09