Das Wunder von Schweden

Theater | Eine Musikalische Möbelsaga über Ikea

«Es ist nicht wichtig, was einer einnimmt oder verdient. Die Hauptsache ist, was einer ausgibt. Du kannst reich werden, obwohl du arm bist. Du darfst bloß nichts unnötig ausgeben.» (Ingvar Kamprad)

Im kargen, holzreichen Småland, dem Armenhaus Schwedens, steht 1926 die Wiege eines der Wunderkinder der freien Marktwirtschaft: Ingvar Kamprad. Als Sohn verarmter deutscher Einwanderer väterlicherseits und einer schwedischen Krämerfamilie mütterlicherseits, entdeckt Ingvar Kamprad schon als Kind die Faszination von Gewinnmargen.

Kalendarium

09. April 2012
17. April 2012

20:00–21:50
ohne Pause

Als Fünfjähriger erwirbt er Streichholzschachteln im Hunderterpack, um sie einzeln mit einem Bruttogewinn von mehreren Öre pro Stück weiterzuverkaufen. Mit siebzehn gründet er ein Ein-Mann-Versandhaus, mit der Geschäftsidee, günstige, für jeden Geldbeutel erschwingliche Möbel zu verkaufen – zerlegbare Möbel, die die Kunden selber transportieren und zusammenbauen können: IKEA ist geboren.

Innerhalb weniger Jahre wird die Firma zu einem der weltweit erfolgreichsten Unternehmen. In dem akribischen, für alle Filialen verbindlichen Verkaufskonzept steht Kostenbewusstsein an erster Stelle, es enthält aber auch einen Tugendkatalog für die Mitarbeiter, von denen Bescheidenheit und Sparsamkeit erwartet wird. Alle duzen sich, und Privilegien für leitende Angestellte sind abgeschafft.

Kamprad, der es liebt, bei seinen Besuchen alle Mitarbeiter zu umarmen wie eine große Familie, weigert sich hartnäckig, mit seinem Unternehmen an die Börse zu gehen und überführt das gesamte Firmenkapital in eine Stiftung, um seinen privaten Reichtum zu beschränken. Ausdrücklich bekennt sich der IKEA-Gründer zur Idee eines verantwortungsvollen, sozial verträglichen, «guten Kapitalismus».

Über das Stück

Der Regisseur, Autor und Komponist Erik Gedeon und sein schwedischer Co-Autor Klas Abrahamsson entwickeln einen Abend zwischen Birke und Börse, in dem sie, mit viel Musik und schwarzem Humor, der Frage nachgehen, ob es so etwas wie »guten Kapitalismus« überhaupt geben kann (und wenn ja, wie viel er kostet).

Getreu dem genuin schwedischen Erscheinungsbild des Möbelhauses orientieren sich die Kompositionen an der älteren nordischen Musikgeschichte. Dabei kommen auch die Möbel selbst zu Wort, darunter die singende Sitzgruppe «Bornholm» und der steppende Hängeschrank «Dunsen».



Bilder: © A.T. Schaefer (3)

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