Kommissar Wallander – Die falsche Fährte

15. November | 23:30–01:00 | Krimi Schweden, GB, Deutschland 2008

Wallander ist geschockt: Eine völlig verängstigte junge Frau, die sich in einem Rapsfeld versteckt hält, übergießt sich vor seinen Augen mit Benzin und zündet sich an. Welches Motiv brachte die 15-Jährige nur dazu, sich auf solch grausame Weise umzubringen?

Die bohrende Frage beschäftigt den Kommissar auch noch, als er schon den nächsten Fall klären soll. Gustav Wetterstedt, ehemaliger Justizminister, wird vor seiner Strandvilla erschlagen und skalpiert. Nachdem kurz darauf der wohlhabende Kunsthändler Arne Carlmann auf die gleiche Weise ermordet wird, drängt sich die Vermutung auf, es handele sich um einen Serientäter.

Gegen seinen Willen muss Wallander deshalb mit einem Profiler kooperieren. Der ehrgeizige, junge Mats Ekholm erklärt dem Kommissar, er müsse nach einem Täter suchen, der sich im Alltag völlig unauffällig verhält. Von diesem hilfreichen Ratschlag ist Wallander ebenso begeistert wie von der Aussicht, seinem mürrischen Vater Povel, zu dem er kein gutes Verhältnis hat, einen Geburtstagsbesuch abzustatten.

Die erste heiße Spur ergibt sich durch einen Hinweis des versoffenen Ex-Reporters Lars Magnusson: als investigativer Journalist versuchte er nachzuweisen, dass Wetterstedt und Carlmann in eine Affäre mit minderjährigen Prostituierten verstrickt waren. Doch die ehrenwerten Herren wurden von dem inzwischen pensionierten Vizepolizeichef Hugo Sandin gedeckt.

Der nächste Mord passt merkwürdigerweise nicht ganz ins bisherige Muster: Das Opfer ist kein Prominenter; außerdem wurde es nicht nur skalpiert, ihm wurden auch die Augen verätzt. Durch Magnussons Hinweis, die Skalpierungen könnten der Rettung einer anderen Seele dienen, kommt Wallander der Verdacht, dass er die falsche Fährte verfolgt.

Hintergrund

Kenneth Brannagh | © ARD Degeto (3)

Henning Mankell, 1948 in Stockholm geboren, ist Theaterregisseur und Schriftsteller. Seine Kriminalromane wurden allein in seinem Heimatland über dreieinhalb Millionen Mal verkauft und bislang in über 30 Sprachen, sogar ins Japanische, übersetzt.

Die Berühmtheit des Skandinaviers basiert auf der Figur des charismatischen Ermittlers Kurt Wallander. Entsprechend erfolgreich war in Deutschland schon vor fünf Jahren die 13-teilige Verfilmung der Wallander-Krimis mit Krister Henriksson in der Titelrolle.

Nun hat der für seine Shakespeare-Darstellungen berühmte Kenneth Branagh sich an eine Neuinterpretation der Kultfigur gewagt. Das ist ein Gipfeltreffen der besonderen Art, denn der Gegensatz zwischen dem Energiebündel Branagh und dem notorisch übermüdeten Wallander, der sich mit viel Kaffee über den Tag rettet, könnte kaum größer sein.

Als Meister der minimalen Gesten spielt der in Belfast geborene Wahlengländer den schwedischen Kommissar mit britischer Zurückhaltung. Dank einer präzise getimten Spannungsdramaturgie sind die neuen Wallander-Adaptionen ein Highlight für Krimifans.