seitenBlick: Das Fest (Festen)

12. Januar | 21:50–23:30 | Drama Dänemark 1997

Zu seinem 60. Geburtstag lädt der erfolgreiche Hotelier Helge Klingfeld-Hansen den erweiterten Familienkreis auf seinen Landsitz ein. Nach und nach treffen auch die erwachsenen Kinder des Jubilars ein. Sehr bald wird klar, dass sie alle eine Last mit sich tragen. Seit dem Selbstmord von Pia, einer weiteren Tochter, sind erst wenige Wochen verstrichen. Eine drückende Stimmung liegt über dem Festtag, die sich schließlich in der Tischrede von Christian, dem ältesten Sohn des Patriarchen, entlädt: Vor allen Anwesenden klagt Christian den Vater an, ihn und seine Zwillingsschwester Pia jahrelang sexuell missbraucht zu haben. Christian gibt dem Vater die Schuld am Freitod von Pia.

Nach anfänglicher ungläubiger Empörung über Christians skandalösen Auftritt wendet sich die Stimmung schließlich gegen Helge. Die Gäste wollen so schnell wie möglich abreisen, um sich dieser erdrückenden Situation zu entziehen. Doch der Koch, der Christian zu dieser Abrechnung mit dem Vater Mut machte, hat alle Autoschlüssel verschwinden lassen. Die Familie ist einander ausgeliefert und muss sich der Situation stellen.

Hintergrund:

Im ersten «Dogma 95»-Film seziert der dänische Regisseur Thomas Vinterberg mit verstörender Intensität seine Figuren und sein bürgerliches Milieu. Die Regeln der «Dogma 95»-Bewegung - unter anderem keine zusätzliche Beleuchtung oder Filter, direkt aufgenommener Ton – sind die ideale ästhetische Gestalt für Vinterbergs schonungsloses Familienporträt.

Der mit dem Spezialpreis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes 1998 ausgezeichnete Film zählt zu den Meilensteinen des Kinos der 1990er Jahre. «Das Fest» verdankt seine Unmittelbarkeit besonders den hervorragend und rückhaltlos agierenden Darstellern, den grobkörnig-authentischen Bildern einer entfesselten Handkamera und prägnanten Dialogen.

12.01.2019

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