Szenen einer Ehe

14. Juli | 21:15–23:00 | Spielfilm Schweden 1974

Rechtsanwältin Marianne und Naturwissenschaftler Johan sind augenscheinlich glücklich verheiratet und haben zwei Kinder. Ihre Beziehung scheint so vorbildlich zu sein, dass sie sogar in einer Home-Story einer Zeitschrift porträtiert werden. Doch Konflikte trägt das Musterehepaar schon seit langem nicht mehr offen aus, und diese zerfressen die Beziehung unterschwellig.

Nach dem Erscheinen des Artikels müssen Marianne und Johan während eines gemeinsamen Abendessens den erbitterten Streit eines befreundeten Ehepaares miterleben, der schließlich zur Scheidung führt. Marianne glaubt, dass mangelnde Kommunikation das Hauptproblem in der Ehe ihrer Freunde war, doch Johan sieht das nicht so.

Dass sich eine Mandantin Mariannes nach 20 Jahren Ehe allein aufgrund fehlender Liebe in der Beziehung scheiden lassen will, lässt auch Marianne nachdenklich werden und sie versucht, mit ihrem Mann zu reden. Johan hält ihre Ehe für erotisch reizlos und wirft Marianne vor, dass sie sich nicht wirklich für ihn interessiere. Nach einer Dienstreise teilt Johan ihr schließlich mit, dass er sich in eine 23-jährige Studentin verliebt habe. Vergeblich bittet Marianne ihn, ihrer Ehe noch eine Chance zu geben.

Nachdem sie die Scheidungspapiere unterzeichnet haben, schlafen sie miteinander und es kommt unmittelbar danach wieder zu dem fatalen Wechselspiel von Streit, Demütigung und Versöhnung, bis hin zu physischer Gewalt. Verbittert trennen sie sich. Jahre später begegnen sie sich wieder. Sie sind beide mit anderen Partnern verheiratet, verbringen aber ein gemeinsames Wochenende im Landhaus eines Freundes.

Hintergrund

Der Film wurde ursprünglich als sechsteilige Fernsehserie gedreht und von Bergman für eine 170-minütige Kinofassung bearbeitet, die zu einem seiner größten Erfolge wurde. Seine kritische Analyse der Institution Ehe vom Standpunkt der 70er Jahre aus öffnet auch heute noch den Blick auf eine Möglichkeit von Nähe und Liebe, die als ehrlichere und menschlichere Form des Zusammenlebens gewertet werden kann. Der Film erhielt zahlreiche internationale Preise, darunter einen Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film und mehrere NFSC Awards der amerikanischen National Society of Film Critics.

© Arte France; Studiocanal (4)