Ostern 2017 in Schweden

Nach der langen Tristesse des schwedischen Winters, der oft sogar im April noch nicht ganz verschwunden ist, ist das Osterfest ein willkommener Anlass, den langsam erwachenden Frühling farbenfroh zu begrüßen. Die Tage werden länger, die Sonne scheint – und Schweden wird bunt.

Birkenzweige werden ins Haus geholt und mit Federn in allen nur erdenklichen Farbnuancen geschmückt. Sie haben ihren Ursprung in christlichen Traditionen und erinnern an Jesu Einzug in Jerusalem, als das Volk Palmzweige auf den Boden streute.

Religiös ist das schwedische Osterfest jedoch kaum noch. In erster Linie ist es – wie die anderen Feste auch – ein säkularisiertes Familienfest, das viele für den ersten längeren Ausflug auf’s Land nutzen. Die stugor (Ferienhäuschen), die lange Zeit leer standen, werden nun gelüftet, geputzt und geheizt und für die kommende Saison einladend hergerichtet.

Gesehen im Café Tornhuset, Gustavsberg

Gelbe Narzissen und Sträuße mit bemalten oder mit Pflanzen gefärbte Ostereier gehören zur traditionellen Dekoration, die häufig mit kleinen gelben Küken ergänzt wird, denn hier bringt der Hahn die Eier und nicht – wie bei uns, der Hase.

Die traditionelle Ostertafel ähnelt dem klassischen Smörgåsbord. Neben Gerichten wie Lachs, eingelegtem Hering oder Janssons frestelse («Janssons Versuchung», Kartoffelauflauf mit Zwiebeln und Anchovis) gibt es häufig Lammbraten und natürlich Eier.

Eier gibt es zu Ostern auch in süßer Form in rauen Mengen. Ob aus Schokolade, Marzipan, mit oder ohne Füllung oder aus grellbunter Pappe gefüllt mit Lösgodis (lose Süßwaren) – der Süßigkeitenkonsum der Schweden erreicht an Ostern jedes Jahr die schwindelerregende Höhe von mehreren Tausend Tonnen.

Fans der schwedischen semlor sollten nun noch einmal nach Herzenslust zugreifen, denn für sie beginnt mit Ostern die lange Zeit des Wartens: erst nach Weihnachten steht das mit Marzipan und Sahne gefüllte und nach Kardamom schmeckende Hefegebäck wieder in den Regalen.

Auf nach Stockholm

Wer das lange Osterwochende lieber für einen Städtetrip nutzt, dem bieten zahlreiche Hotels interessante Spezialangebote. Anders als in anderen europäischen Ländern haben viele Geschäfte über Ostern geöffnet, so dass auch ausgedehnte Shoppingtouren möglich sind.

Wer nicht auf Traditionen verzichten möchte, dem sei ein Besuch im ältesten Freilichtmuseum der Welt, Skansen, ans Herz gelegt. Das Museum, das auch Stockholms Tierpark beherbergt, bietet einen Ostermarkt und ein umfangreiches Programm für Jung und Alt.

© Image Bank Sweden, Nicho Södling

Und da am 1. April die offizielle Utserverings-Saison beginnt und auch draussen wieder geschlemmt werden kann, lässt sich bestimmt ein schönes Plätzchen in einem der zahlreichen Restaurants und Cafés finden.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, dem sei Sörmland eine Stunde südlich von Stockholm ans Herz gelegt. In dieser Region, die auch die Macher der Inga Lindström Filme für sich entdeckten, lassen sich unzählige Herrenhäuser, romantische Städtchen, das berühmte Schloss Gripsholm oder das Café Marsipangården in Trosa mit einem hervorragenden Angebot an selbstgemachten Pralinés und Marzipan entdecken.

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