8 Fragen an ... Prof. Mag. Dr. Peter Umfer

Geschäftsführer des Erlebniscamp Nordland

Peter Umfer

Herr Professor Umfer, Wie sind Ihre Reisegruppen zusammen gesetzt?

Sehr unterschiedlich: Familien mit Kindern ab 7-8 Jahren bis 16/17 Jahre, Singles aller Altersstufen und jedes Geschlechtes, Ehepaare jeden Alters bis hinauf in die 50+ Klasse. Unsere Kundinnen und Kunden kommen aus Österreich, aus Deutschland und der Schweiz sowie aus Luxemburg.

Alle Kunden, die diese Art von Urlaub buchen, verbindet die Liebe zur Natur, zum einfachen Leben, das sich auf das Wesentliche reduziert; und viele sind auch auf andere Weise sportlich: beim wandern, bergsteigen oder Rad fahren.

Von der Bildungsschicht her auffallend ist der hohe Anteil an Gebildeten, die es sehr schätzen, in ihrem Urlaub ohne Titel und hohe Verantwortung nur mit ihrem Vornamen angesprochen zu werden. Dabei hilft es sehr, dass das Schwedische das höfliche «Sie» der deutschen Sprache nicht kennt. Deshalb duzen auch wir alle unsere Kunden, sobald sie in Schweden ankommen.


Warum haben Sie sich bei Ihren Schweden-Reisen auf Lappland spezialisiert?

Wegen der Einsamkeit, der Weite der Landschaft, der grandiosen weitgehend unberührten Natur. 


Welchen Einblick erhalten Ihre Reisenden in die samische Kultur?

Das gibt es nur beim Husky-Programm «Lappland-Mix», bei dem die Teilnehmer einen Tag bei einer samischen Rentierzüchter-Familie verbringen. Sie lernen das Kunsthandwerk kennen, erfahren über die teils leidvolle Geschichte der Samen und hören von den Spannungen und Differenzen zwischen der samischen Bevölkerung und den Schweden.


Sie bieten auch die Möglichkeit, Kanus und Camping-Ausrüstung in Schweden zu mieten: wer nutzt dieses Angebot?

Bei unserem Verleih finden sich ausschließlich Kunden mit Schweden-Erfahrung in allen Altersstufen, vor allem aber kleine Freundesgruppen, Familien mit halbwüchsigen Kindern und Pfadfinder-Gruppen. Sehr viele davon haben schon Outdoor-Erfahrung und lieben diese Art von Freizeit: unabhängig, ungebunden mit der Natur und nicht gegen sie zu leben.


Haben Ihre Gruppenteilnehmer vor Reiseantritt die Möglichkeit, sich kennenzulernen?

Nein.


Wie gestaltet sich der Umgang mit den Schlittenhunden?

Problemlos, wenn man Winter, Schnee und Tiere mag und nicht besonders kälteempfindlich ist.


Welche Kondition verlangen Schlittenhunde-Touren und Ihr Trekking-Angebot von den Teilnehmenden?

Für das «Husky ABC» genügen durchschnittliche Sportlichkeit und Gesundheit, für das «Lappland-Mix» (3 Tage auf Husky-Tour) muss man an die eigene Kondition schon höhere Ansprüche stellen.

Die 5-Tages-Husky-Tour empfehlen wir nur sehr sportlichen und ausdauernden Menschen, die auch bereit sind, extremere Belastungen auf sich zu nehmen und dafür überdurchschnittlich kräftig, gesund und zäh sind. Bei dieser Tour steht man bei 50 km durchschnittlicher Tagesstrecke mindestens 6 Stunden am Schlitten, aber auch schon mal 8 bis 9 Stunden; dazu kommt noch, dass man sich danach um sein Gespann kümmern muss, wozu ausspannen, füttern usw. gehören.

Unsere Trekking-Tour verlangt sehr gute Kondition, viel Ausdauer und die Kraft, 6 bis 8 Stunden täglich einen Rucksack mit 15 bis 17 kg zu tragen.


Sie reisen nächste Woche wieder nach Lappland: (was) gibt es Neues zu entdecken?

Neue Trails und veränderte Bedingungen: jede Tour ist eine neue Herausforderung, denn die Schneeverhältnisse wechseln ständig und sind nie gleich.

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