Herzlich willkommen auf Schloss Gripsholm

Auf einer kleinen Insel in der schönen Mälarbucht Gripsholmsviken liegt das «schicksalhafte rote Schloss», wie der schwedische Autor Gustaf Lindqvist es 1923 nannte – Schauplatz für Kurt Tucholskys Roman und Drehort für Inga Lindström.

Das Schloss und die Umgebung hat die Menschen seit Jahrhunderten inspiriert, hierher strömten sie, um die Schönheit der Natur und den Flügelschlag der Geschichte zu erleben. Das Schloss beherbergt einen Grossteil der schwedischen Königsgeschichte, war Gripsholm doch fast fünfhundert Jahre lang königliche Residenz.

Der deutsche Baumeister Henrik von Cöllen begann 1537 mit dem Bau der Vasaburg mit ihren runden Wehrtürmen, dicken Mauern und dunklen Torbögen. 340 Jahre lang diente das Schloss als Residenz des Königs, der Königswitwen oder des Herzogs von Södermanland. In seiner Zeit als Staatsgefängnis sassen hier Könige, der Herzog von Finnland und ein Erzbischof ein.

Seit 1870 ist die Burg vor allem ein Museum. Heute leben hier keine royalen Herrschaften mehr, aber die königliche Familie nutzt den Palast bei offiziellen Anlässen wie der Silberhochzeit von König Carl XIV. Gustaf und Königin Silvia im Jahr 2001.

Ein Besuch in Gripsholm

© Bilder: Alexis Daflos, Hans Thorwid

Während der Sommersaison gibt es die Möglichkeit, das Schloss auf eigene Faust zu erkunden. Führungen in deutscher Sprache können ganzjährig im Voraus gebucht werden. In der Schlossboutique finden Sie eine grosse Auswahl an Postkarten, Büchern, Spielzeug und Souvenirs. Auch exklusivere Gegenstände wie Porzellan, Glas, Textilien und andere Gegenstände nach Vorbildern aus der königlichen Sammlung werden angeboten.

Seit 1820 befindet sich die Staatliche Porträtsammlung auf Schloss Gripsholm. Sie ist eine der grössten innnerhalb Europas und zeigt unter anderem ein Porträt von König Karl Knutsson Bonde aus dem Jahre 1470 oder jüngere Bilder berühmter Schweden wie Greta Garbo, Dag Hammarskjöld oder Hans Blix.

Wie viel Zeit bringen Sie mit?

Auf der Schlossinsel befindet sich ein schöner Park, und in Gripsholms Wildgehege grasen etwa hundert Damhirsche. Das Schloss liegt unmittelbar neben dem idyllischen Städtchen Mariefred mit seinen Hotels, Restaurants und Geschäften. Mariefred hat einen historischen Charakter mit seiner Kirche und der Stadtplanung aus dem 17. Jahrhundert. In der ehemaligen königlichen Scheune befindet sich heute Grafikens Hus mit Ausstellungen und Café.

Die Anreise nach Gripsholm ist schnell und unkompliziert, da Autobahn und Bahnhof nur wenige Kilometer entfernt liegen. Oder Sie nehmen sich Zeit: mit dem Dampfer von Stockholm dauert die Fahrt über den See Mälaren dreieinhalb Stunden. Vom Bahnhof in Läggesta oder von Taxinge aus führt zudem eine Schmalspur-Museumsbahn nach Mariefred. Auch eine Rundtour mit modernen Zügen, der Museumsbahn und dem Dampfer ist möglich.

Hedvig Eleonora Grh 1869
Schlafkammer der Prinzessin

Ein Ausflug in die Historie

Die erste Burg wurde ab 1380 vom Edelmann und Marschall Bo Jonsson Grip erbaut, der als reichster Schwede aller Zeiten gilt. Aus dieser Zeit sind noch die Mauern der Kronküche und des Stureskansen intakt. 

1525 wurde Gripsholm königlicher Besitz, und im Jahre 1537 begann der Bau der Vasaburg, der in Etappen bis zum Ende des Jahrhunderts andauerte. Mit Ausnahme der Fenstergrössen sind die Wände des Hauptschlosses noch intakt. Aus dieser Zeit ebenfalls zu bewundern sind die Decke des Drabantssales (1543), das Schlafzimmer Herzog Karls (1574) und der Reichssaal (1590). 

Während der Zeit der schwedischen Großmacht (1611-1721) war Gripsholm Witwensitz der Königinnen. Die letzte Königin-Witwe in Gripsholm war Hedvig Eleonora, die unter anderem den Königinnenflügel bauen liess. Aus ihrer Zeit gibt es noch eine fantastische Sammlung von Möbeln, Textilien und Uhren. 

Mit der Ankunft von König Gustav III. begann im Jahre 1773 die letzte grosse königliche Ära in Gripsholm. Das Schloss diente in erster Linie der Unterhaltung, und in seinem Theater hat man immer noch das Gefühl, das Murmeln des Publikums habe nie wirklich aufgehört. Sowohl die Bühne als auch der Zuschauerraum sind so erhalten, wie Gustav sie im Jahre 1785 hinterliess.

Im Runden Salon herrschen die Lieblingsfarben Weiß, Rot und Gold vor. Hier verkehrte der Hof und spielte Brettspiele. Die Königinetage sowie die deutlich kleinere Prinzessinenetage zeugen ebenfalls vom Gustavianischen Stil. 

Zum Ende des 19. Jahrhunderts war Schloss Gripsholm Museum geworden. Die Burg wurde erneut umgestaltet, um eine vergangene Zeit, die Vasa-Epoche, darzustellen. Der Wallgraben wurde wieder ausgegraben und mit einer mittelalterlichen Zugbrücke versehen. Viele der Verteidigungsanlagen, die im Laufe der Jahrhunderte verschwunden waren, wurden restauriert. Rund um das unberührte Schlafzimmer Herzog Karls wurde eine Vasa-Etage eingerichtet mit Armaturen und Möbeln, die aus dieser Zeit noch erhalten waren. 

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